Mein zweiter Beruf

Das mit meinem zweiten Beruf ist so eine Sache, eigentlich ist es mein dritter Beruf.

Aber der Reihe nach.
Nach meinem Schulabschluß habe ich erst einmal Industrieschlosser gelernt und diese Ausbildung erfolgreich mit einem Facharbeiterbrief beendet.
Mit 19 Jahren ging ich für ein Jahr nach Wolverhampton und absolvierte ein Soziales Jahr im Rahmen eines Jugendaustauschprogramms in England. Schnell entpuppte sich die Stelle als so etwas ähnliches wie die eines stellvertretenen Leiters einer Einrichtung zur Betreuung von geistigbehinderten Erwachsenen. Mit einer Viertage-Woche (aber täglich 10 Arbeitsstunden) entdeckte ich mein altes Hobby die Fotografie nicht neu, aber unter einem abwechslungsreichen Fokus.

Zwei Jahre später ging ich dann mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (in Begleitung meiner Kamera) nach Botswana. Dort arbeitete ich in einem Projekt für angepasste Technologien im südlichen Teil der Wüste Kalaharie.
Auch auf meinen Reisen nach Süd-Afrika begleitete mich meine Praktika. Robust, zuverlässig und immer grffbereit ging es auch schon mal mit meiner Geländemaschine nach Kapstadt. Mehr als 3000 Km Abenteuer und feinste Landschaften gepaart mit viel Gastfreundschaft machten die Tour zu einem meiner stärksten und schönsten Erlebnisse.

Danach 3 Jahre Ausbildung zum Ergotherapeuten in Regensburg. Im Schatten des Doms, herrlichen Biergärten und einer wohl nicht endenden Ausbildung hatte die Fotografierer nicht mehr den Stellenwert wie einst. An der blauen Donau im Schulstress bin ich zwar auch viel gereist, aber doch meist ohne Kamera.

Nun danach ging es nach Düsseldorf, in einer Facheinrichtung für Gerontopsychiatrie fand ich eine spannende berufliche Herausforderung. Als bald fand ich auch zu meinem Hobby zurück. Beruflich wechselte ich an eine Wuppertaler Klinik, der Schritt in die Selbständigkeit als niedergelassener Ergotherapeut war dann auch nicht mehr weit. Zunächst arbeitet ich fünf Jahre in Wuppertal und dann bis heute in Hattingen an der Ruhr.
Mit der ersten erschwinglichen Digtalkamera, eine Olympus, kam auch das Interesse an der digitalen Bildbearbeitung. Die analoge Fotografie hatte nur noch wenig Reiz. Mit der berühmten E10 wurde eine neue Tür aufgestossen. Ich verkaufte meine ersten Fotos an eine Zeitschrift. Dann erfolgte der Umstieg auf eine Canon D60. Mittlerweile wurde das Fotografieren mehr und auch der Verkauf von Fotos lohnte sich zunehmend. Das Gestalten von Webseiten war eine zusätzliche kleine Einnahmequelle. Bald gründete ich ein nebengewerbliches Unternehmen, schließlich wollte ich es mir ja nicht mit dem Finanzamt verderben.
Obwohl die Begeisterung für die digitale Welt wuchs, war und ist immer noch die Ergotherapie in der eigener Praxis die größte tägliche Herausforderung.
Als Fotograf arbeite ich regelmäßig für verschiedene Firmen, Institutionen und Künstler. Zunehmend kommt neben der fotojournalistischen Arbeit der künstlerische Anspruch in den Vordergrund. Mehrere erfolgreiche Fotoausstellungen motivieren mich zu neuen Zielen und künstlerischen Experimenten.
Zwischen September 2005 bis Herbst 2009 studierte ich in Bochum nebenberuflich Fotografie und Fotodesign. Ab Juli 2009 stand ich in den Vorbereitungen um mein Diplom zu erlangen. So viel sei verraten, in meiner praktischen Arbeit ging es um Ruhrorte. Der Fluß hat viele Gesichter, warum also kein Portrait über Orte einer wunderbaren Landschaft. Irgendwie ist das Thema mehr als spannend.

Angeregt durch mein fotografisches Studium beschäftige ich ab Beginn dieses Jahres (2010) nochmals intensiver mit Collagen bzw. Fotocollagen, aber auch wieder verstärkt mit kunsttherapeutischen Themen und Behandlungskonzepten. Die Collage als therapeutisches Mittel hat für mich Fragen, aber auch neue Ideen aufgeworfen. Mit dem Umzug der Praxis in die Bahnhofstrasse 47 war endlich genügend Platz für ein Atelier vorhanden.
Der neue Therapieraum ist seit dem wichtiger Bestandteil in der sensomotorischen oder psychischen Behandlung meiner Patienten, aber auch im Bereich der Handrehabilitation.